Aus Vonhausen:


Erstmals wurde der heutige Büdinger Stadtteil Vonhausen am 2. August 1261 urkundlich erwähnt (beim hessischen Staatsarchiv in Darmstadt offiziell ermittelt) und wird im Jahr 2011 auf sein 750-jähriges Bestehen zurückblicken. „Die Angaben zur Ersterwähnung findet sich in Friedrich J. Battenberg (Bearb.), Isenburger Urkunden, Regesten zu Urkundenbeständen und Kopiaren der fürstlichen Archive in Birstein und Büdingen, 947 - 1500, Bd. 1, Darmstadt/Marburg 1976 (Repertorien des Hess. Staatsarchivs Darmstadt, 7,1), S. 25, Nr. 87. Die Vorlage, eine Abschrift, befindet sich im Fürstlich Ysenburgischen Archiv Büdingen, dessen Zugänglichkeit z. Z. jedoch nur sehr eingeschränkt ist. Einen Druck davon findet sich bei Gustav Simon, Die Geschichte des reichständischen Hauses Ysenburg und Büdingen, Bd. 3: Das Ysenburg und Bürdingen‘sche Urkundenbuch, Frankfurt/M 1865, S. 19, Nr. 13; hier wird jedoch abweichend mit August 3 datiert.“ So der original Wortlaut vom hessischen Staatsarchiv.

In Vonhausen gab es einen königlichen Hof, den Dinghof, den bis zur Auflösung des alten Deutschen Reiches die Grafen von Hanau seit dem Jahr 1277 als Burglehen zur Gelnhausen trugen und der in den Reichswald eingeforstet war. Derselbe Hof wird später Frone hoff genannt, woher das Dorf wahrscheinlich seinen Namen hat. Die Bezeichnung leitet sich ab von den damals zu leistenden Frondiensten. Das Dorf gehörte damals den Herren von Weilnau, von denen Luther von Ysenburg, ein Sohn Graf Ludwig 1., neben anderen Ortschaften auch Vonhausen einlöste. Von da an blieb die

In früheren Zeiten gaben neben der Landwirtschaft, die der Haupterwerb war, besonders der Flachs- und Leinenanbau den Einwohnern Beschäftigung. In den meisten Häusern standen Webstühle und auf dem Herrnhaag entstand eine Strumpfweberei, die damals schon Heimarbeit vergab. Viele Häuser wurden 'Brennhäuser' genannt, da dort bis etwa in das Jahr 1900 Kartoffelschnaps gebrannt

Das alte Backhaus in Vonhausen wurde bis vor einem halben Jahrhundert noch emsig genutzt. Viele Familien backten dort ihr täglich Brot, bis diese Tradition mehr und mehr einschlief und das alte Gebäude lange Jahre ungenutzt war. Rührige Einwohner schlossen sich zusammen, um das historische Anwesen vor dem Verfall zu bewahren und renovierten das Häuschenin Eigenhilfe. Im Rahmen des Dorferneuerungsprogramms, in das Vonhausen aufgenommen wurde, konnten viele ältere Gemäuer erhalten und saniert werden. Bei dem Wiegehäuschen legten die Mitglieder des SPD-

Lange Jahre war die Kirmes ein Höhepunkt im Vereinsleben. Vor einigen Jahren wurde dieses Traditionsfest jedoch eingestellt. Mittlerweile feiern der gemischte Chor Edelweiß; und der TSV 1904 im Wechsel rund um das alte Gebäude am ersten Septemberwochenende eine Backhaus-Kerb, bei der frisches Bauernbrot und knusprige Haxen angeboten werden. Eine weitere Festlichkeit, die aus dem Dorfleben nicht mehr wegzudenken ist, ist das Schulfest der Grundschule Vonhausen. Der Förderverein der Schule ist sehr rege und uns allen ist wichtig, dass diese Einrichtung erhalten bleibt. Das Schulgebäude wurde von der damals noch selbständigen Gemeinde Vonhausen errichtet. Im Untergeschoss befanden sich, wie damals üblich, Bade- und Vereinsräume. Vor drei Jahren wurden zusätzlich noch zwei Pavillons errichtet, da dieKapazitäten der Klassenräume erschöpft waren, denn erfreulicherweise kommen immer mehr Anmeldungen; berichtet der Ortsvorsteher

28 weitere Bauplätze kürzlich wurden erschlossen und schon bebaut (Kernbäume)

Mit einem aufwendigen Festprogramm feierte der Turn- und Sportverein (TSV) Vonhausen im Juni 2004 die Gründung vor nunmehr 100 Jahren. Zwar ist der Verein nicht der älteste in dem heutigen Büdinger Stadtteil, jedoch mit mehr als 250 eingetragenen Mitgliedern der größte im Ort.

Einige turnbegeisterte Männer riefen die Gemeinschaft ins Leben, die sich zum Ziel setzte, Jugendliche und Erwachsene im Bodenturnen aus- und weiterzubilden. Schon gleich zu Beginn konnte eine rege Aktivität verzeichnet werden, weiß man aus alten Aufzeichnungen. Doch wie bei vielen anderen Vereinen auch ruhten während des Ersten Weltkrieges die sportlichen Tätigkeiten. Im Jahr 1919 konnte der Vereinsbetrieb wieder aufgenommen werden. Sechs Jahre später nahmen am Anturnen je eine Aktiven-, Damen-, Zöglings- sowie die Altersriege teil. In den folgenden Jahren besuchten die TSVIer Veranstaltungen von Nachbarvereinen und konnten bei Gauturnfesten Sieger- und Ehrenpreise erringen. Neben dem Turnbetrieb, der Ende der 50er Jahre einschlief, wurde 1930 das Handballspiel in das Vereinsleben aufgenommen. Bis Ende der 60er Jahre war Vonhausen eine kleine Handball-Hochburg, erinnert man sich.

Damals wurde noch auf dem Großfeld gespielt. Unser Sportplatz befand sich schräg gegenüber dem Zigeunerwäldchen. Als jedoch der Hallenhandball und damit das Kleinfeld aufkam, bedeutete dies das Aus für unseren Sport. Die Handballer wechselten geschlossen in die Fußballabteilung.

Gegründet wurde diese im Jahr 1974 auf Anregung von Oswald Euler und wenige Monate später konnten bereits erste sportliche Erfolge errungen werden, die sich kontinuierlich fortsetzten. Lange Zeit spielte die erste Mannschaft in der Bezirksliga Büdingen, doch ausgerechnet im Jubiläumsjahr musste der bittere Abstieg in die A-Klasse angetreten werden. Wir blicken positiv in die Zukunft, bekundete Euler und berichtet von 111 Jugendlichen, die beim TSV sportlich eine Heimat fanden.

Für den Nachwuchs engagiert sich auch der Gesangverein Edelweiß unter Vorsitz von Dieter Strehm, der bereits seit 126 Jahren besteht. Unter Leitung von Christina Strehm gibt es seit kurzem eine Kindergruppe, die sich dem deutschen Volkslied verschrieben hat.

Ebenfalls aus den Aktivitäten im dörflichen Leben nicht wegzudenken sind die Freiwillige Feuerwehr, die Gymnastikgruppe sowie der Obst- und Gartenbauverein. Die Landfrauen hatten sich mit Damen aus dem Nachbarort Lorbach zusammengeschlossen. Ebenso wie der Spielmanns- und Fanfarenzug sind sie allerdings nicht mehr aktiv, bedauert der Ortsvorsteher.

Doch wenn es etwas zu feiern gibt, dann ziehen alle Vonhäuser an einem Strang: So wurde im Jahre 2000 auf Initiative von Harry Euler der kleinste Fastnachtsumzug Hessens ins Leben gerufen, der sich mittlerweile gemausert hat und am Fastnachtsdienstag viele Besucher aus den umliegenden Ortschaften anzieht.

Der 2003 zum ersten Mal initiierte Weihnachtsmarkt lockte Besucher aus nah und fern, eine Fortsetzung nicht fehlen durfte. Eine seitdem steigende Besucherzahl freut sich immer aufs neue auf den Vonhäuser Weihnachtsmarkt.

Quelle: http://www.buedingen.net

Aktualisiert (Donnerstag, den 17. September 2009 um 10:54 Uhr)